Getestet: Tropical Islands
Die Ankunft
Der Campingplatz
Der Dome
Ein Erlebnis? Ein Urlaub?
Qualität wird eben überbewertet, ganz klar. Oder du bringst einfach einen dicken Geldbeutel mit, dann kannst du dir diese in gewisser Weise kaufen. Denn für 19,– € gibt es das erste Servicepaket mit Refresh-&-Refill, alle 45 Minuten dein Getränk nachfüllen und ein paar Goodies obendrauf. Natürlich gibt es noch ein Premium-Paket oder weitere Premium-Teuer-Aktionen. Eventuell kann jede:r es mal erlebt und mitgemacht haben. Aber irgendwie kann ebenso behauptet werden: Einmal reicht für das Tropical-Islands-Erlebnis. Irgendwie hat es den Anschein, als würde zwar noch ein wenig hineingesteckt werden, aber der große Invest-Spaß-Traum hat wohl erste Brüche. Denn eigentlich bietet der Campingplatz ein riesiges Areal, mit vielen Außenaktivitäten und Möglichkeiten. Aber die meisten sind geschlossen oder werden von Besuchern meist unbenutzt gelassen. Womöglich haben deshalb der Bistro & Shop und die Rezeption dort geschlossen. Warum hier kein Check-in-Automat aufgestellt wurde, mit der Ausgabe von Chiparmbändern, ist mir ein Rätsel. Und das ist für viele das erste Ärgernis zur Begrüßung, zum Dome zu müssen, um einchecken zu können. Hier der nächste Dämpfer: kein Hallo, kein Herzlich Willkommen, kein „wie alles funktioniert“ und nur, wenn es unbedingt sein muss, kurz erklärt, wie der Stellplatz zu finden ist. Mein Eindruck von einem Mitarbeiter beim Check-in. Den Rest macht der Automat mit Scannen meines vorhandenen QR-Codes und Armband-Ausgabe. Zum Glück kein langes Anstehen, denn die Schlange war beeindruckend anzuschauen. Die meisten sind solche Warteschlangen womöglich vom Flughafen oder Freizeitparks gewohnt, ich wäre es nicht. Ein Start in den Urlaub, kann ich mir anders vorstellen.
So könnte der Artikel leider auch schon wieder beendet werden: Wer viel Geld mitbringt, kann viel erleben und erhalten. Bekommt ein Buffet und eine „echte“ Refresh-&-Refill-Flatrate, was natürlich seinen Preis hat. Wo es im Dome einige Regeln gibt, hat der Campingplatz nur wenige. Und irgendwann geht einem das Rumgepfeife der Rettungsschwimmer schon von Weitem auf die Nerven. Aber hey, es ist Urlaub, und wer eine nicht vollgeschissene Liege findet (von Vögeln) – okay, ich bin fair, davon gibt es nur wenige. Die Möglichkeiten an Rutschen und den vielen Wasser-Arealen sind einige, aber nur, wenn es genug Rettungsschwimmer gibt, denn sonst hat der Bereich oder die Rutsche(n) eben geschlossen. Fraglich, wer diese Regel aufgestellt hat, dass es so viele sein müssen. Sicherheit geht wahrscheinlich vor. Und wer sich erinnert, Regeln ebenso. Damit eben alle einen entspannten Urlaub genießen können. Das Reservieren von Liegen, ein allgemeines Gesellschaftsproblem, wird das Tropical Islands so nicht in den Griff bekommen, wenn es nur automatische Durchsagen ablaufen lässt. Aber Moment mal, eigentlich dachte ich, dass der Dome 24 Stunden offen ist. Offen ist dieses wohl im Ganzen, aber so gegen 21:30 Uhr schließen nach und nach, alle Wasserbereiche. Übrig bleiben das 1-Meter-Wassertiefebecken mit zwei Rutschen und einer Bar. Damit ist spätes Schwimmen faktisch ausgeschlossen. Und die Warteschlange zu später Stunde an der Bar ist inklusive. So erlebt wahrscheinlich jede:r, so wie ich, jeden Tag ein paar betrübende Dinge, die den Urlaub zwar zum Abenteuer machten, aber irgendwie eben doch nicht. Die meist langen Schlangen bei einigen Rutschen, sind genauso vorhanden wie das ewige Warten um einen begehrten Platz in den zwei Whirlpools. Die besten Liegen gibt es nur frühmorgens, dann sind alle in Wassernähe bereits reserviert. Obwohl eine Durchsage ertönt, dass dies nicht erlaubt sei. Das gleiche gilt aus hygienischen Gründen für mitgebrachtes Essen und Trinken. Ich bin nicht im Bilde darüber, was hier die Hygiene damit zu tun hat, die im Bereich der Esstische ohnehin nicht so ganz gegeben war. Wofür die vielen Besucher natürlich die Schweine selbst sind. Die umherfliegenden Vögel freut’s, soll das so sein? Da kann es ebenso vorkommen, dass Erbrochenes vor dem Whirlpool liegt und einige hineintappen. Da ist wohl die Hygiene. Also ich habe mir einiges anders vorgestellt. Woran liegt es? Am Personal? Oder bringen nur Massen den Gewinn? Qualität heutzutage eher zweitrangig? Service zukünftig via Chatbot? Hauptsache, die Handysüchtigen können dieses mitnehmen, die wasserdichte Hülle ist natürlich kaufbar im Tropical Islands, damit die neusten Fotos und Videos gepostet werden können. Ach, die Powerbank gibt es für Handysüchtige zum „angemessenen“ High-Society-Preis. Wie alle anderen Gimmicks, die zu teuren Preisen eventuell einfach dazugehören. Aber bestimmt verstehe ich das nicht, es liegt bestimmt an meiner Erwartung oder der Gehaltsklasse. Denn es ist genug los, die meisten werden einen dicken Geldbeutel mitbringen und/oder verlieren schnell den Überblick über die ganzen Ausgaben.
So wird es sein, ansonsten viel Spaß, wenn ihr das nächste beeindruckende Foto/Video vom Tropical Islands seht und unbedingt selbst mal dorthin wollt.
Abschließende Hinweise:
Diese Eindrücke und Wahrnehmungen spiegeln einen einwöchigen Aufenthalt wider. Dieser wurde selbst bezahlt und nicht gesponsert. Damit die Erfahrungen aus dem Aufenthalt nicht beeinflusst werden, wie es zumeist bei Influencer:innen stattfindet. Die negativen Punkte, sind zumeist nicht auf einzelne Tage beschränkt, sondern wurden entsprechend an mehreren Tagen hintereinander beobachtet oder getestet. Für Familien und Spaß wohl eher konzipiert als für Erholung und Entspannung. Dieser Spaß hat jedoch seinen Preis, bei der Verpflegung – im Foodcourt – fehlt es deutlich an Qualität und die Getränke sowie Automatenpreise sind überzogen. Einige Animationen sind auf Kinder beschränkt.
» verfügbar bis zum 30.08.2030 «

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