Gewalt und Respekt der Gesellschaft
Ein trauriger Start und Jahresbeginn für Deutschland: Immer öfter und vermehrt treten Gewalt und sexualisierte Übergriffe auf. Einige sind in den Medien zu finden, andere bleiben in der Dunkelheit der Jahreszeit hängen, sind aber passiert. Als ich noch Zugbegleiter war, musste ich mit einigen Übergriffen umgehen. Von einer versuchten Messerattacke, über eine harte Ohrfeige einer Frau und ständige Beleidigungen bis hin zu körperlichen Attacken. Mittlerweile häufen sich Übergriffe und die Intensität ist eine andere. Da war ich kein Einzelfall, die neueste Medienmeldung macht dies nicht nur deutlich. Der Respekt nimmt deutlich ab und die Gewaltbereitschaft nimmt zu. Das ist keine Geschlechterfrage und muss nicht großartig differenziert werden zwischen Frauen und Männern.
Das mit dem Respekt in Form von Mobbing kann in einigen Ausführungen in meinem Mutmacher nachgelesen werden. Bereits diese Form von fehlendem Respekt ist manchmal schwer zu ertragen und ist zumeist schon in jungen Jahren in einigen Schulen zu beobachten. Das Umsetzen von Grenzen, Regeln und Respekt können einige Eltern nicht oder nur wenig ihren Kindern aufzeigen. Und wie soll es dann diese Generation, die nun eventuell bereits selbst Eltern sind, umsetzen?
Respekt selten erkennbar
Ein Griff an meinen Po, als vermeintlich „kleiner Übergriff“ – das habe ich selbst schon erleben müssen. Mobbing ist ebenfalls eine Form von fehlendem Respekt und gewisser Machtausübung. Deshalb sagte ich bereits: Für viele ist zwar die Statistik eine deutliche Sprache, dass Frauen dies häufiger erleben, aber dazu müssen keine Geschlechterunterscheidungen geführt werden. Gewalt, Übergriffe und fehlender Respekt sind ein allgemeines Gesellschaftsproblem. An kleinen Beispielen lässt sich das mit dem Respekt beobachten, ob egoistisches Handeln oder der fehlende Respekt vor fremdem Eigentum. Angefangen bei harmlosen Füßen auf Sitzen in Zügen und Bussen, über unzähligen Müll in der Natur, egoistische Drängler, Raser und Autofahrer:innen, bis hin zu Glaubensgemeinschaften, die Frauen nicht respektieren.
Die Polizei – dein Helfer oder Verstecker?
Als kleines Beispiel ist die Nutzung der kostenlosen Beförderung für Polizeikräfte in öffentlichen Verkehrsmitteln, wenn diese in Uniform unterwegs sind. Als vor Einführung des Deutschlandtickets noch eine Vielzahl als Polizei zum oder vom Dienst unterwegs und deutlich ersichtlich war, hat sich dies mit Einführung des Deutschlandtickets schlagartig geändert. Viele haben hierzu wohl keine Lust mehr, auf den Stress nach dem Dienst, und manche ziehen sich extra private Jacken an, damit sie nicht erkennbar sind. Oder schauen tatsächlich, ob Züge von Zugbegleiter:innen begleitet werden. Wenn dies der Fall ist, verstecken sie sich dann im Zug quasi, mit diversen zivilen Kleidungsmöglichkeiten. Das ist leider kein Einzelfall, der mir von einigen erzählt wurde. Damit diese eben nicht von einem/einer Zugbegleiter:in angesprochen werden können, zum Beispiel für eine Unterstützung in der Fahrkartenkontrolle. Das könnte natürlich ebenso die Sicherheit im Zug zunächst erhöhen, aber eben nicht, wenn diese nicht als Polizei erkennbar sind. (Die Fälle sind meist unabhängig von Landes- oder Bundespolizei.) Dass bei Landes- oder Bundespolizei ebenso Stellen eingespart oder massig Überstunden vor sich hergeschoben werden und einige Einsatzgebiete damit oft schlecht aufgestellt sind, ist eine ganz andere Thematik. Es handelt sich hier – und es soll keinesfalls der Eindruck von einem Polizeibashing entstehen, sondern um eine eigene Beobachtung und aus Erzählungen von Beschäftigten.

Dazu kommt, dass viele Lokführer:innen und/oder Zugbegleiter:innen alleine im Zug unterwegs sind. Nur in wenigen Bundesländern gibt es eine sogenannte Doppelstreife. Das würde zwar mehr Sicherheit bedeuten, aber es kostet mehr Geld und das geben einige Bundesländer in den seltensten Fällen dafür aus. Denn die Bundesländer schreiben die öffentlichen Verkehrsmittel mit Vergaben aus, wie es die Europäische Union vorsieht, für mehr Wettbewerb. Aber auch hier gilt: Wer den besten/günstigsten Preis als Verkehrsunternehmen anbietet, bekommt vorwiegend den Zuschlag. Sicherheit und Qualität zweitrangig.
Häufig stellt sich hier die Frage: Wie viel muss in diesem Spar- und Billigwahnsinn noch passieren, um geeignete Maßnahmen zu ergreifen? Im Zuge der Sicherheit reichen wohl Videoüberwachung, Bodycam und andere Gimmicks nicht aus und sind deutlich zu wenig. Nun gibt es wieder Forderungen nach mehr Schutz, jedoch ist dies im Übrigen nicht erst seit diesem Jahr der Fall. Das ist eine schier endlose Dauerforderung, die aber noch nichts geändert, wenig angestoßen oder verbessert hat. Außer bald unzähligen Umfragen und Statistiken, die ein klares, erkennbares, trauriges Bild ergeben: steigende Übergriffe. Machen wir also alle einfach weiter wie bisher …
Dieser Beitrag entstand aufgrund eines erneuten Vorfalls:
Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter
Schock, Trauer und Forderungen nach mehr Schutz
https://www.tagesschau.de/inland/tod-zugbgleiter-reaktionen-100.html
Dieser Artikel soll keinesfalls eine Form von Panik oder Ängsten schüren!
Solltest du Hilfe benötigen, nimm bitte viele kostenlose Beratungs- und/oder Hilfsorganisationen in Anspruch.
Er soll jedoch unterschiedliche Themenfelder wieder stärker in einen möglichen Fokus rücken.
» verfügbar bis zum 04.02.2031 «

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