Noch Zauberei oder schon Comedy?

Ich war in diesem Jahr wieder unterwegs und es gab mal wieder einen Zauberkünstler, und zwar »Christian de la Motte«. Dass es Zauberkünstler:innen mittlerweile wirklich schwer haben, vielleicht durch die großen Ehrlich Brothers. Oder weil immer mehr junge Menschen daran nicht (mehr) glauben und sich deshalb auf so einen Abend nicht einlassen wollen. Machen es für die Zauberei nicht gerade einfach, vielleicht wurde deshalb der Titel von Christian so gewählt. Jedoch geht das Show-Konzept auf, es war lustig und unterhaltsam, wären da nicht diese paar Kleinigkeiten.


Es waren leider wenig Tricks, die jede:r nicht irgendwo schon einmal gesehen haben könnte. Ob es die zerschnittene Schnur ist, der mentale Part, die Zeitreise oder der Rahmen, der immer passt. Aber eine Nummer war dann doch etwas Neues für mich und obwohl ich viele Tricks kenne – und tatsächlich die meisten auch wie sie funktionieren –. Da war eben dieser Geldschein aus dem Publikum in einer Glaskugel. Ein toller Zaubertrick, schön verpackt und umgesetzt, den ich wahrlich bei Christian zum ersten Mal gesehen habe. Natürlich haben hier in der Pause, viele diskutiert, wie er das wohl gemacht hatte und einige sind dem Trick (bedauerlicherweise) schon nahegekommen.

Dass nicht immer alles passt und klappt, das macht Künstler:innen eigentlich sympathisch, denn es ist menschlich. Da gibt es die Nummern, wo dieser Eindruck tatsächlich beim Publikum entsteht und schwupp, war es doch alles so geplant. Das sind dann die schönen Momente und Comedy-Nummern, die wirklich so in dieser Weise einzigartig sind und eigentlich mehr in seiner Show untergebracht werden könnten.

Ja, er bindet sein Publikum in seine Show intensiv mit ein, schwierig für Leute, die gar nicht gerne im Rampenlicht stehen. Wobei er sein Publikum und seine Protagonisten (aus dem Publikum) tatsächlich etwas aufs Korn nimmt. Aber er macht es nicht plump, sondern mit einer gewissen Sympathie, auch wenn es ein schmaler Grat bleibt. Logisch, dass es auch Kartentricks gibt, aber ebenso ist es schöne Zauber-Comedy, die ich wirklich recht erfrischend fand. Mir ist ebenso aufgefallen und das fand ich toll, dass nicht nur Frauen in seiner Show ausgewählt werden/wurden, diesen Hang haben doch einige männliche Künstler. Klar, das gewisse Flirten von ihm war trotzdem vorhanden, was jedoch niveauvoll passierte.

Der Künstler ist mit seiner Show »Noch Zauberei oder schon Comedy«, überall in kleineren Spielstätten unterwegs oder zu Gast. Ein Künstler, hautnah, einen gewissen Charme mitgebracht hat und schon vor der Show im Publikum unterwegs war. Ich achte eben auf einige Kleinigkeiten, da kann ich tatsächlich nicht so oft klatschen, wie es dann gefordert war. Da frage ich mich teilweise – es ist mir bewusst, dass dies einen gewissen Dank darstellt –, warum die Lautstärke und Anzahl so entscheidend für Christian waren. Damit ist er aber bei dieser neuen Klatsch-Trend-Flaute nicht alleine. Aber nur als kleine Randbemerkung für diejenigen Künstler:innen, das Publikum hat dafür bezahlt und wahrscheinlich ist Social-Media daran schuld. 😉

Da sind wir dann schon beim Abschlussthema. Diese Werbung für YouTube geht mir aber mittlerweile leider echt auf die Nerven, ja, es gibt Tricks, die schiefgehen und die mit den Bechern und dem Nagel, gehört definitiv dazu. Aber teilweise sind diese »Becher, Nagel« Videos wirklich nichts für schwache Nerven. Ich weiß nicht, warum dies unbedingt in vielen Shows – nicht nur die von Christian – erwähnt werden muss. Was darf nicht fehlen? Klar, Social-Media und so wurde explizit darauf hingewiesen, dass doch bitte geteilt, erwähnt und verknüpft werden solle. Ich verstehe das schon, dass Social-Media für einige wohl überlebenswichtig sein muss, aber ich glaube trotzdem, wenn Menschen mehr miteinander kommunizieren. Dann würde sich dieses Problem tatsächlich schnell beheben lassen, bleibt im Übrigen die beste „Werbung“. Und das nur mal so am Rande, eben, wie es bei Christian in der Show war. Also ich habe meinen Auftrag erfüllt, ’ne, ungünstigerweise nicht auf Social-Media, sondern in meinem Blog. Darf man das eigentlich noch sagen?

Schöne Grüße nach Potsdam, denn dort wohnt Christian.

» Dieser Artikel / diese Ausgabe, ist verfügbar bis zum 26.12.2028 «


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