Getestet: AntiLand App/Seite

"Noch jemand hier der auch ne Tochter hat und mal zusammen mit uns im Wald spazieren gehen will ?"

Wer nun an etwas Schönes denkt, weil man immer an das Gute im Menschen glaubt, der sei hier leider enttäuscht worden.

"Suche Girl/Frau für Beziehung, schwängern oder die nen Schlafplatz braucht in ***! Alter & Aussehen nicht entscheidend, aber gern schlank bis normalgebaut... Gerne auch Muslima, Araberin, Asia, Black, Osteuropa, Ukraine, Russland..."

In diesem Beispiel eines Users, werden Frauen ausschließlich als Ware betrachtet, die Bezahlung in diesem Fall, eben ein kurzer Schlafplatz oder das Beglücken eines Mannes. Ob diese oder solche Gene weiter verbreitet werden sollten, ist eine andere.

"Du bist doch in der Gruppe geile Opis. Würdest du gerne deine Enkelin mal auf deinem Schoss haben? [...]"

Was manche kombinieren ist jenseits von Kopf und Hirn, da hat das Brot noch mehr Inhalt.

"Suche Frau die schwanger werden möchte oder es versucht [...]"

Es ist wie der tägliche Kaffee, so auch in AntiLand oft zu lesen, scheinbar denken wirklich Männer, dass ein paar Frauen zu Hause sitzen und nur auf solche Nachrichten warten. Wenn man also Toastbrot zum schwanger werden sucht, das gibt es hier in Hülle und Fülle.


Einige Möchtegern Gruppen Moderatoren sind meist ähnlich »übel« drauf. [Ausschnitt eines angeschriebenen Chatfensters]

Ein kleiner Ausschnitt einer Gruppe

Willkommen im üblen Land von Antiland, das Darknet ist wohl nur eine Tür weiter entfernt, zumindest macht es diesen Eindruck. Das ist die Welt von »anonym« und deshalb präsentieren sich viele auch so. Hier findet man wirklich alles, von „ohne Gummi“, „wer will Penis bewerten“ bis hin zu „ich bin Nazi“, Verkäufer*innen und Fakes oder die „Dauer Typen, die schwängern wollen“. Auch die richtig harten Typen mit einer freundlichen Begrüßung wie „dir muss man es wohl mal richtig besorgen“ oder „auf die Knie und Mund auf“ und diese Beispiele sind da noch die harmloseren der anonymen Chatelite. Irgendwann nerven einen die immer wiederkehrenden „wer Bock hat, soll sich melden“ Nachrichten. Die deutsche Sprache, also ordentlich zu schreiben ist für einige ein schwieriges Mysterium und das liegt an keinem Migrationshintergrund! Es sind also die wenigsten ehrlich, angefangen beim Alter – bis hin zum Geschlecht, eben alles so einfach und nur einen Klick entfernt.

Es gibt natürlich noch die typischen Verkäufer*innen, die alles und vieles anbieten. Klar, natürlich mit einem Fakecheck, der aber in den meisten Fällen auch passend dazu unecht ist, denn mittlerweile gibt es ganz tolle Fakecheck-Videos, die jede*r sich im Internet besorgen kann. Von „winke mit der Hand“, bis „lass deine Brüste wackeln“, ist da vieles mit dabei. Also einen richtigen Schwindel aufzudecken ist für einen Laien manchmal leider schwer erkennbar. Denn die wirklich Echten und Volljährigen verkaufen sich überwiegend auf lukrativeren Seiten, ohne so viel Eigenwerbung zu bestreiten.

Wenn man dann in einem Gruppenraum mal freundlich sein möchte und die Nummer gegen Kummer empfiehlt, weil eine Gruppenmoderatorin geäußert hatte, dass sie Depressionen habe, gab es als Antwort:

„Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten“,
„Du scheinst ganz schön viel zu wissen, echt krass“

Ja, damit sollte jede*r umgehen können, dass alle Formen von Beleidigungen, Narzissmus und Missgunst vertreten sind. Auch, dass einige Gruppenmoderatoren ihre Funktion mit unglaublich viel Macht ansehen und es sie richtig narzisstisch erfüllt diese ausüben zu können. Es gibt eindeutig zu wenig globale Moderatoren (sogenannte Anti Moderatoren / die alles global überblicken und agieren), seitens AntiLand wird von 70 gesprochen, die aber international vertreten sind und das ist viel zu wenig und in keiner Weise spürbar. Das – denke ich – interessiert die Leute hinter AntiLand wenig, denn der Rubel rollt und wofür neue Anti Moderatoren bestimmen/auswählen, denn es wird ja dem »cleveren« Algorithmus viel vertraut.

Natürlich gibt es auch gewisse »normale« Menschen und Gruppen in AntiLand, aber die sind meist in ihrem eigenen (Online-) Bekanntenkreis vertreten und es erstmal schwer hier hineinzugrätschen. Viele haben eine Sperre, die einstellbar ist -, damit wird verhindert das man einige direkt Privat anschreiben kann. Die Entwickler freuen sich über gute Umsätze, denn viele dieser Sperren kurbeln das Geschäft an. Der Preis für ein Abo von »Superkräften« ist für mich utopisch und entspricht nicht der Leistung. Der Algorithmus ist lächerlich oder ein guter Versuch und schafft nur den Standard zu blockieren – die Regeln einzuhalten – keine nackten Körperteile (Penis, Vagina) oder persönliche Daten preiszugeben. Auch wenn das automatische System ebenso private Nachrichten mit überprüft. Die App ist eigentlich erst ab achtzehn Jahren quasi erlaubt, überprüfbar ist dies natürlich nicht und so tummeln sich auch viele Teens herum. Es ist wie mit den verwaisten Gruppen, die mal gegründet wurden und keine aktiven Moderatoren – oder Gründer*in – mehr besitzen. Ein großes Problem und hier herrscht so gesehen eben keinerlei „Ordnung“ mehr, außer wieder der Algorithmus, der auch diese zwar überblickt, aber wie oben schon erwähnt zu viele Lücken besitzt und einen Menschen in keinem Fall ersetzen kann. Irgendwann hat man keine Lust mehr in diesen – und das sind leider einige – Gruppen zu sein, denn normale Gespräche gibt es in solchen wenig bis gar nicht mehr. Nur der/die Gründer*in kann Gruppenmoderatoren bestimmen, was ein großes Problem in solchen darstellt. Etwas Positives noch, aktive User werden mit kostenlosen Superkräften belohnt. Zum Schluss, die App hat hier und da einige Bugs.

Auch wenn einige sagen, sie haben schon ein paar nette Bekanntschaften gemacht, das habe ich durchaus auch, aber ob man diese braucht, so rein oberflächliche Gespräche in einem anonymen Rahmen, das darf »natürlich« jede*r selbst entscheiden. Und diesen anonymen Rahmen, den wollen viele gar nicht „verlassen“.

Ich distanziere mich ausdrücklich von Inzest, Pädophilie, Hass, Hetze und Nazis!
Außerdem spreche ich mich an dieser Stelle für Diversität und LGBTQ+ aus!

» Dieser Artikel / diese Ausgabe, ist verfügbar bis zum 05.08.2026 «


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